Ob Sprachmodelle wie ChatGPT, drahtlose Kommunikationssysteme oder moderne medizinische Diagnoseverfahren – viele aktuelle Anwendungen beruhen auf der Analyse hochkomplexer Daten. Sowohl die TU Ilmenau als auch die Université de Lorraine in Nancy forschen seit vielen Jahren gemeinsam an der tensorbasierten Signalverarbeitung, um solche Daten effizienter auszuwerten. Tensoren erweitern das Konzept der Matrix auf mehrere Dimensionen und ermöglichen so beispielsweise eine leistungsfähigere Verarbeitung von Kommunikationssignalen oder biomedizinischen Daten. Die Anwendungsfelder reichen von der Satellitenkommunikation über Assistenzsysteme und Umweltprognosen bis hin zu Empfehlungssystemen, beispielsweise für personalisierte Werbung, Musik- oder Reiseempfehlungen. Durch das Doppelabschlussprogramm werden Studierende frühzeitig in diese internationale Forschung eingebunden.
Studium an zwei Universitäten
Das Programm richtet sich an leistungsstarke und international orientierte Studierende, die ihr Wissen im Bereich Signalverarbeitung vertiefen möchten. Das Besondere: Studierende der TU Ilmenau verbringen ihr drittes Semester an der Université de Lorraine in Nancy und absolvieren dort spezialisierte Lehrveranstaltungen unter anderem zu Green IT, numerischer Optimierung und Data Science, Statistischer Datenverarbeitung und Big Data sowie adaptiver Signalverarbeitung.
Das Doppelabschlussprogramm wird den Studierenden im Rahmen der Studieneinführungswoche sowie weiterer Informationsveranstaltungen an der TU Ilmenau vorgestellt. Zielgruppe sind insbesondere Studierende mit sehr guten Leistungen im ersten Semester des CSP-Studiengangs.
Aber auch Studierende der Elektrotechnik und Informationstechnik, Ingenieurinformatik sowie der Medieningenieurwissenschaften, die ihre Kenntnisse in der Signalverarbeitung vertiefen möchten, können sich für das neue Programm bewerben.
Für den ersten Jahrgang wurden bereits vier Studierende aufgrund ihrer sehr guten Studienleistungen ausgewählt. Einer der Teilnehmenden beschreibt seine Motivation so: „Ein Studium sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wird mir die Möglichkeit bieten, unterschiedliche akademische Umgebungen und Kulturen kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass mir dies helfen wird, mich sowohl persönlich als auch beruflich weiterzuentwickeln und mich auf die Arbeit in internationalen Teams vorzubereiten.“
Einblick in internationale Forschung und zwei Hochschulabschlüsse
Die Masterarbeit kann je nach Forschungsschwerpunkt in Ilmenau oder Nancy angefertigt werden und wird von Betreuenden beider Universitäten begleitet. Dadurch erhalten die Studierenden frühzeitig Einblick in internationale Forschungsprojekte und können ihr persönliches Profil gezielt schärfen.
Neben zwei anerkannten Hochschulabschlüssen erwerben die Teilnehmenden wertvolle interkulturelle und sprachliche Kompetenzen. Zudem werden sie Mitglieder der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) und profitieren von deren wissenschaftlichen, finanziellen und kulturellen Förder- und Vernetzungsangeboten.
Umfassende Unterstützung durch das International Office
Die International Offices beider Universitäten begleiten die Studierenden bei der Vorbereitung ihres Auslandsaufenthalts. Dazu gehören persönliche Beratung, organisatorische Unterstützung sowie Hilfe bei der Beantragung von Stipendien für Reise- und Aufenthaltskosten. So können sich die Teilnehmenden auf ihr Studium und ihre Forschung konzentrieren.
„Der erfolgreiche Start des Doppelabschlussprogramms unterstreicht das Potenzial internationaler Hochschulkooperationen“, erklärt Prof. Anja Geigenmüller, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der TU Ilmenau. „Die Studierenden profitieren von einem interessanten Studienmodell, das akademische Exzellenz mit internationaler Erfahrung verbindet. Wir freuen uns darauf, das Programm in den kommenden Jahren gemeinsam mit unserer Partneruniversität weiterzuentwickeln und auszubauen.“
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