29. Internationales Dresdner Leichtbausymposium 2026

Mit rund 200 Teilnehmenden und mehr als 50 Fachvorträgen hat das 29. Internationale Dresdner Leichtbausymposium erneut seine Rolle als Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie hervorgehoben. Vertreter:innen aus Forschung und Wirtschaft diskutierten in Dresden, wie Leichtbau zu Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, Resilienz und industrieller Wertschöpfung beitragen kann.

Beiträge unter anderem von Rolls-Royce, Volkswagen, Airbus sowie der Meyer Werft verdeutlichten wie unterschiedlich die Anforderungen an moderne Leichtbaulösungen in Automobilindustrie, Luftfahrt und Schiffbau sind. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, dass viele Fragestellungen branchenübergreifend auftreten. Diskutiert wurden beispielsweise kreislauffähige Materialsysteme, ressourceneffiziente Produktionsverfahren, digital gestützte Entwicklungs- und Fertigungsprozesse sowie neue Ansätze für funktionsintegrierte Multi-Material-Strukturen. Dabei zeigte sich, dass nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen nur im Zusammenspiel entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen.

Vor diesem Hintergrund stand das diesjährige Symposium unter dem Leitmotiv der „Technologie Hanse“. Inspiriert von den historischen Handelsnetzwerken des Ostseeraums und der Partnerregion Baltic Sea Region beschreibt sie den Aufbau spezialisierter Wertschöpfungsnetzwerke zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Entwicklungspartnern in Europa. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Austausch von Produkten, sondern die gemeinsame Erarbeitung und Herstellung komplexer technologischer Lösungen.

„Das Leichtbausymposium hat gezeigt, wie solche Formen der Zusammenarbeit in der Praxis aussehen können. Durch die enge Verzahnung von Werkstoffentwicklung, Konstruktion, Fertigung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft entstehen Lösungen, die einzelne Akteure allein nicht realisieren können. Gleichzeitig wird sichtbar, dass ingenieurtechnische Exzellenz die Grundlage für diese Art der Kooperation bleibt“, erklärte Prof. Dr.-Ing. habil. Maik Gude, Direktor des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden.

Fortgesetzt wurde dieser Austausch bei der Abendveranstaltung im LEIV, dem Nationalen Leichtbau-Validierungszentrum des ILK. Dort arbeiten Forschung und Unternehmen eng zusammen, um neue Technologien unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben und den Transfer in die Praxis zu beschleunigen. Die Demonstratoren und Anlagen stießen bei den Gäst:innen auf großes Interesse und wirkten als Impulsgeber für Industrie und Wissenschaft. Damit spiegelte die Abendveranstaltung den Anspruch des Symposiums wider, wissenschaftlichen Erkenntnisse mit praktischer Anwendung und gemeinsamer Entwicklung zu verbinden.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Rahmen des Young Talent Award des Akademischen Club Leichtbau e. V. (ACL) präsentierten zwölf junge Absolvent:innen ihre Forschungsarbeiten dem Fachpublikum. Die Preisverleihung bildete den Abschluss des Wettbewerbs und würdigte herausragende Beiträge mit Geldprämien.

Die Preisträger:innen des Young Talent Award 2026:

1. Platz: Dipl.-Ing. Alina Volkmann
2. Platz: Dipl.-Ing. Kristi Nani
3. Platz: Dipl.-Ing. Aaron Reuter

Mit dem Blick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs und das Symposium als Plattform für Innovation und Austausch wurde deutlich, dass hier die Zukunft des Leichtbaus aktiv gestaltet wird. Diese Entwicklung soll auch in den kommenden Jahren weiter gestärkt werden. Die 30. Jubiläumsausgabe des Internationalen Dresdner Leichtbausymposiums findet am 24. und 25. Juni 2027 in Dresden statt.

Über Technische Universität Dresden – Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik

Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) ist eine Forschungseinrichtung der Fakultät Maschinenwesen und der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ der Technischen Universität Dresden. Auf dem Gebiet des ressourcenschonenden Leichtbaus hoher Material- und Energieeffizienz führen rund 240 Mitarbeiter:innen umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch. Die Arbeit am ILK ist geprägt vom Dresdner Modell des funktionsintegrativen Systemleichtbaus in Multi-Material-Design und basiert auf einem werkstoff- und produktübergreifenden Ansatz. Die Wissenschaftler:innen des ILK betrachten bei der Entwicklung neuer Konzepte, Prozesse und Produkte die gesamte Entwicklungskette: Werkstoff – Konstruktion – Simulation – Fertigung – Prototypentests – Qualitätssicherung – Kosten. Indem sie sich dabei am Konzept des Neutralleichtbaus orientieren, werden neben den klassischen, technischen und ökonomischen Aspekten auch die ökologischen Parameter sowie Fragestellungen unserer globalisierten Gesellschaft auf jeder Stufe dieser Kette integriert. Das Institut wird vom ILK-Board unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Maik Gude (Professur für Systemleichtbau und Mischbauweisen) geführt.

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