US-Anleihen attraktiv für europäische Anleger

„US-amerikanische festverzinsliche Wertpapiere können europäischen Anlegern eine wertvolle Diversifizierung bieten, aber in der Vergangenheit waren die Kosten für die Absicherung des US-Dollar-Engagements so hoch, dass sie diesen Vorteil wieder aufhoben. Inzwischen sind die Hedging-Kosten für Anleger aus der Eurozone allerdings gefallen, und wir gehen davon aus, dass sie niedrig bleiben könnten.

Absicherungskosten deutlich gesunken

Für einen europäischen Investor sind die Kosten für die Absicherung von Werten in US-Dollar gegen den Euro vom Höchststand von 3,64% gegen Ende 2018 auf etwa 0,85% am 27. Juni 2020 gesunken – das ist ein Rückgang um gut 75%!


Woran liegt das? Hedging-Kosten werden in erster Linie durch Zinsunterschiede gesteuert, und diese wiederum stark durch die Politik der Zentralbanken. Ende 2014 begann die US-Notenbank Fed damit, die Zinssätze vom damaligen Nullniveau aus anzuheben, und vergrößerte so Zinsunterschiede und Hedging-Kosten. Als die Fed in der zweiten Hälfte 2018 zu einer lockereren Geldpolitik überging, sanken auch Zinsunterschiede und Hedging-Kosten wieder. Dieser Trend beschleunigte sich in jüngster Zeit deutlich, denn in Reaktion auf die Pandemie senkte die Fed nicht nur die Zinssätze weiter, sondern legte auch Programme zur Verbesserung der Liquidität für kurzfristige Laufzeiten auf.

Der andere Faktor, der die Absicherungskosten beeinflusst, ist die Prämie für den Swap in US-Dollar. Diese Prämie, ausgedrückt durch die Cross-Currency-Basis-Swaps, ist seit dem Höchststand der Hedging-Kosten ebenfalls gesunken.

Kosten dürften niedrig bleiben

Die Kosten des Dollar-Hedgings sollten für Anleger aus der Eurozone ebenso wie für Anleger aus dem Vereinigten Königreich fürs Erste stabil bleiben und werden unserer Meinung nach bis 2022 wahrscheinlich den Wert von 1% nicht übersteigen. Grund dafür sind ein fundamentaler und ein technischer Faktor.

Der fundamentale Faktor ist die Politik der Fed: Nach der Sitzung des Offenmarktausschusses im Juni deutete die Fed an, dass die Zinssätze bis 2022 wahrscheinlich auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden. Sie untermauert diesen Zinsausblick noch durch ihre Einschätzung, dass es lange dauern werde, bis sich der US-Arbeitsmarkt von den Auswirkungen der Pandemie erhole. Der technische Faktor ist, dass die Fed ihr entschiedenes Vorgehen zur quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, kurz QE) offen und flexibel hält, was dazu beitragen wird, die US-Zinsen unter Kontrolle zu halten.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England werden ihre Zinssätze vorerst wohl unverändert lassen. Beide haben ebenfalls ein QE-Programm eingeleitet. Die EZB hat zudem die gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations, kurz TLTRO) ausgeweitet, um den Kreditfluss an Unternehmen der Eurozone aufrechtzuerhalten.

Die Hedging-Kosten könnten sogar noch weiter sinken, wenn wie erwartet das Wachstum in der EU und in Großbritannien 2021 stärker anziehen sollte als in den USA. Wir erwarten zwar nicht, dass die EZB 2021 bereits aus der Negativzinspolitik aussteigt, aber die Märkte könnten einen solchen Ausstieg vorwegnehmen und sich entsprechend verteuern.

US-Markt kann Renditechancen erhöhen und Risiken begrenzen

Trotz des jüngsten Rückgangs der US-Zinssätze liegen die US-Anleiherenditen immer noch deutlich über den europäischen Renditen: Der Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index lag am 25. Juni bei
1,30%, der Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond Index bei 0,19% – das entspricht einem Renditevorteil von 1,11 Prozentpunkten. Im Segment der Unternehmensanleihen mit Investment Grade lag der Vorteil sogar bei 1,33%. Diese Renditevorteile gleichen die jüngsten Kosten für eine dreimonatige Währungsabsicherung mehr als aus, im Gegensatz zur Situation Ende 2018, als die Hedging-Kosten ihren Höchststand erreichten. Ein Engagement in US-Anleihen hat damit in der aktuellen Situation das Potenzial, die Gesamtrendite zu verbessern.

Anleger sollten allerdings nicht nur Strategien zur Renditesteigerung umsetzen, sondern auch verstärkt nach Möglichkeiten suchen, das Portfoliorisiko zu verringern oder zu begrenzen. Die Rentenmärkte in den USA und in Europa unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Branchenausrichtung sowie ihrer Anfälligkeit gegenüber wirtschaftlichen, geopolitischen und regulatorischen Veränderungen. Das bedeutet, dass die beiden Märkte nicht perfekt korrelieren. Europäische Anleger, die einen Teil ihres Kapitals an den US-Märkten anlegen, haben damit die Chance, das Volatilitätsprofil ihres Portfolios zu verbessern. Darüber hinaus ist der US-Markt tendenziell liquider als der Euro-Markt – ein weiterer Pluspunkt für europäische Anleger.“

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