EVVC formuliert politische Ziele in Berlin

Mit konkreten Forderungen an die Bundespolitik wandte sich die Präsidentin des EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V., Ilona Jarabek (Geschäftsführerin MUK Musik- und Kongresshalle Lübeck), an die Vertreter des Tourismusausschusses der Bundesregierung sowie an die Teilnehmer des Tourismuspolitischen Dialogs der SPD und des Parlamentarischen Abends des BTW in Berlin.

Jarabek kritisierte in ihrem Statement, dass die Bedeutung der Veranstaltungsbranche von der Politik noch nicht gesehen werde. So komme die Branche im aktuellen Entwurf einer Nationalen Tourismusstrategie der Bundesregierung nicht vor und finde auch keine Erwähnung im Förderprogramm für energetische Gebäudesanierung. Beides müsse sich ändern, sagte Jarabek: „Wir brauchen mehr politische Aufmerksamkeit." Als weiteren Wunsch nannte sie flexiblere Arbeitszeiten sowie allgemein den Abbau von Bürokratie.

Förderprogramme für energetische Sanierung erforderlich


Laut der ICCA Studie von 2018 belegt Deutschland in Europa nach wie vor Platz 1 als internationales Tagungs- und Kongressziel. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Veranstaltungsbranche auch in Zukunft zu sichern, aber auch, um weiterhin die Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge und Kulturförderung wahrnehmen zu können, sei es unerlässlich, in die bestehende Infrastruktur zu investieren. „Leere Kassen der Städte und Gemeinden haben den Sanierungsbedarf in einem Großteil der Häuser in den letzten Jahren beträchtlich ansteigen lassen“, so Jarabek. Einer Studie zufolge emittieren Veranstaltungshallen pro Jahr rund 300.000 Tonnen CO2, von denen rund 40 Prozent durch die entsprechenden Sanierungsmaßnahmen eingespart werden könnten. „Mit Förderprogrammen, die auf die speziellen Bedürfnisse der Veranstaltungshäuser zugeschnitten sind, könnte die Bundesregierung einen großen Schritt tun, um ihre selbst gesteckten Ziele zur Senkung der Treibhausgase erfolgreich zu erreichen.“

Arbeitszeit flexibilisieren

Eine weitere Forderung der EVVC-Präsidentin ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit nach dem Modell der EU-Wochenarbeitszeit. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können viele Veranstaltungen kaum mehr erfolgreich und nach den Wünschen der Kunden umsetzen, ohne kontinuierlich an die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes zu gelangen. Wir brauchen keine Mehrarbeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern vielmehr die Möglichkeit, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten“, erläuterte Ilona Jarabek. Viele Veranstaltungen finden losgelöst von den im Volksmund regulären Arbeitszeiten zwischen 9.00 und 17.00 Uhr statt. Teilweise rund um die Uhr ist eine Halle besetzt durch Auf- und Abbauten, Proben und der Durchführung von Konzerten, Sportveranstaltungen, Kongressen und Tagungen. Um diesem speziellen Bedarf Rechnung zu tragen, braucht es neue Lösungen, ohne den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Mehr an Arbeit zuzumuten oder Einschränkungen im Arbeitsschutz zuzulassen.

Bürokratie abbauen

Um den hohen Personalbedarf in Spitzenzeiten abzudecken, arbeiten die meisten Unternehmen der Veranstaltungsbranche mit Bedarfskräften auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung oder mit Unterstützung von Fremdfirmen. Hier und an anderen Stellen sei der bürokratische Aufwand, der betrieben werden muss, um Rechtsicherheit zu erlangen, in den letzten Jahren enorm angewachsen. „Bürokratiemonster wie die Datenschutzgrundverordnung dürfen nicht zum wiederkehrenden Normalfall werden“, so Jarabek. „Der zeitliche Aufwand, der in der Zwischenzeit im Hintergrund betrieben werden muss, um jeder Dokumentationspflicht nachzukommen, steht in keinem Verhältnis mehr zu unserer originären Aufgabe. Unsere Hauptaufgabe ist die Dienstleistung für unsere Kunden, und diese muss auch in Zukunft an erster Stelle stehen!“

Wirkungsvolle Bühne für EVVC-Statements

Die Mitglieder des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages widmeten sich im Rahmen der Sitzung am 15.05.2019 den Belangen der Dienstreise- und Tagungsbranche. Neben EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek formulierten Dr. Peter Neven, Hauptgeschäftsführer des AUMA, und Christoph Carnier, Präsident des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR), ihre Forderungen an die Politik.

Im Anschluss daran nutzten Jarabek und EVVC-Geschäftsführer Timo Feuerbach den Dialog im Rahmen des Tourismuspolitischen Dialogs der Bundes-SPD. Hier kamen rund 60 Vertreter der Tourismusbranche zusammen, um ihre Sorgen und Nöte mit den Vertretern der SPD zu diskutieren.

Beim traditionellen Parlamentarischen Abend des BTW Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. am 03.06.2019 in Berlin trafen sich Spitzenvertreter der Tourismuswirtschaft zum Dialog und Netzwerk mit Vertretern der Bundespolitik. In seinem Grußwort unterstrich der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß die Notwendigkeit tourismusfreundlicher Rahmenbedingungen: „Wir müssen die Auswirkungen auf den Tourismus und die Tourismuswirtschaft in allen Politikfeldern von Anfang an mitdenken und konsequent berücksichtigen.“

Ilona Jarabek appellierte auch bei dieser Gelegenheit an die Politik, die Rolle von Veranstaltungshäusern als wichtige Standortfaktoren und aktiven Beitrag zur Stadtentwicklung besser anzuerkennen. „Veranstaltungshäuser könnten noch viel mehr für den Klimaschutz leisten, wenn sie in der Kommunalrichtlinie explizit als Antragsberechtige aufgeführt werden.“

Neben Jarabek waren Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA), und Dirk Inger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen ReiseVerbands (DRV), als Vertreter ihrer Branchenbereiche geladen, um die aktuellen Handlungsbedarfe aufzuzeigen.

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