Medizin und 3D-Druck – schon heute ein unzertrennliches Paar

Medizin und 3D-Druck haben sich zu einem unzertrennlichen Paar verbunden. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITKOM und des Ärzteverbandes Hartmannbund geht heute fast jeder zweite Arzt in Deutschland (47 Prozent) davon aus, dass im Jahr 2030 Implantate und Prothesen mittels Additive Manufacturing (AM) hergestellt werden. Die wachsende Bedeutung additiv gefertigter medizinischer Produkte widerspiegelt auch das diesjährige Kongressprogramm der Rapid.Tech + FabCon 3.D in der Messe Erfurt. „In den Veranstaltungen der Vorjahre wurden die Entwicklungen in den Bereichen Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik meist inhaltlich und zeitlich getrennt beleuchtet. In diesem Jahr vereinen wir die Themen erstmals zu einem zweitägigen Forum, das am 6. und 7. Juni stattfindet und bei welchem namhafte Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden Stand und Perspektiven des 3D-Drucks in der Medizintechnik vorstellen“, erklärt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH.

„Für additiv gefertigte chirurgische und medizinische Produkte sind schon viele Anwendungsfälle erschlossen. In dem Forum wollen wir aufzeigen, welche Leistungen sich bewähren und welche Aufgaben jetzt auf der Tagesordnung stehen. Ein Schwerpunkt ist, mit additiver Fertigung noch schneller und produktiver zu werden. Der 3D-Druck passt sehr gut für personalisierte Lösungen, beispielsweise bei Knochenersatz. Mit ihm sind jedoch genauso Serien möglich, so zum Beispiel im Dentalbereich. Ebenso geht es darum, neben schon sehr ausgereiften technischen Lösungen jetzt rechtliche Aspekte in der digitalen Fertigungskette auf eine gesicherte Basis zu stellen“, erläutert Ralf Schumacher, Leiter Digital Surgical Solutions beim schweizerischen Unternehmen Medartis AG und verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung des Forums Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik.

Mehrere Referate befassen sich mit rechtlich bzw. gesellschaftlich relevanten Gesichtspunkten des AM. Zusätzlich zu den generell veränderten Liefer- und Leistungsbeziehungen in der additiven Fertigung haben im medizinischen Bereich der Schutz und sichere Umgang mit sensiblen Patientendaten Priorität. Zu klären ist ebenso die Haftung der einzelnen Beteiligten wie Ärzte, CAD-Designer, Druck-Dienstleister und Materiallieferanten. Hinzu kommen spezifische Fragen des Medizinrechts, wie die Mitte 2017 vom Europäischen Parlament verabschiedete neue Medizinprodukteverordnung.


Chancen für eine hochwertige prothetische Versorgung bietet der 3D-Druck im Bereich der Zahntechnik. Welche Szenarien hier im Spannungsfeld zwischen kleinteiliger Laborlandschaft, zunehmenden Fachkräftesorgen, neuen betriebswirtschaftlichen Grundlagen, aber auch verstärkten chair-side-Anwendungen direkt beim Zahnmediziner möglich sind, wird ebenfalls diskutiert.

Verbesserte Verfahren und Fertigungsprozesse sowie die Nutzung weiterentwickelter Materialien für noch stabilere, individuell angepasste orthopädische und chirurgische Implantate sowie biokompatible Hochgeschwindigkeits-Drucklösungen in der Zahnmedizin sind weitere Schwerpunkte der zweitägigen Veranstaltung.

Das Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik ist Teil der Internationalen Messe und Konferenz für additive Technologien Rapid.Tech + FabCon 3.D vom 5. bis 7. Juni 2018 in der Messe Erfurt. Die Veranstaltung feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum. Sie findet seit 2004 in Erfurt statt und ist damit einer der internationalen Vorreiter für die 3D-Druck Technologien. Zum umfangreichen und in dieser Form einmaligen Programm der Kongressmesse gehören die Anwendertagung und das Forum AM Science, die jeweils am 6. und 7. Juni durchgeführt werden. Erstmals im Programm ist das Forum Recht am 5. Juni. An diesem Tag finden außerdem die Foren Additive Lohnfertigung, Automobilindustrie, Konstruktion sowie Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau statt. Am 6. Juni laden die Foren 3D gedruckte Elektronik & Funktionalität sowie 3D Metal Printing und am 7. Juni das Forum Luftfahrt ein und runden das hochkarätige Kongressprogramm der drei Messetage ab.

Die 3D-Druck Community trifft sich erneut an allen drei  Tagen zur 3D Printing Conference. Neben Trendthemen und technischen Innovationen präsentieren die Referenten auch Einblicke hinter die Kulissen ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie von ausgerichteten Wettbewerben. Die Themenauswahl erstreckt sich von der Start-Up Finanzierung über Digital Fabrication bis hin zu Bildungsthemen. Beim Start-Up-Award werden wieder die innovativsten Gründer und bei der 3D Pioneers Challenge die besten Designideen gesucht.

Mehr als 200 Aussteller werden in der ausgebuchten Messe die neuesten Entwicklungen, Produkte und Leistungen rund um das Additive Manufacturing vorstellen.

2017 kamen 4.800 (2016: 4.500) Fachbesucher und Kongressgäste sowie 207 Aussteller (2016: 176) aus 13 Ländern zur Rapid.Tech + FabCon 3.D nach Erfurt.

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