Weniger Beschäftigte, mehr Auszubildende
Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmenden ging um 1,0 Prozent auf 61.723 zurück. Gegenläufig dazu erreichten die Ausbildungsverhältnisse den höchsten Stand seit 2003, im ersten Lehrjahr mit einem Plus von 10,8 Prozent.
Beide Bewegungen zusammen beschreiben einen Generationenwechsel, keinen Rückzug. Wer heute ausbildet, rechnet mit Aufträgen in fünf Jahren — und richtet die Werkstatt entsprechend ein, bis hin zu Standardteilen wie Schraubziegeln mit Dichtscheibe für die Dachmontage, die bei jeder Sanierung anfallen.
„Ein Handwerk, das bei stagnierendem Umsatz mehr Lehrlinge einstellt, wettet auf die nächsten Jahre. Das ist die belastbarere Aussage als jede Umsatzzahl“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was der Verband für 2025 ausweist
Laut dem Zentralverband ergibt sich folgendes Bild:
- Der Gesamtumsatz lag 2025 vorläufig bei 13,5 Milliarden Euro und stagnierte damit.
- Zum 31. Dezember 2025 waren 15.241 Betriebe registriert.
- Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmenden sank um 1,0 Prozent auf 61.723.
- Rund 78 Prozent der Betriebe beschäftigen weniger als zehn Personen.
- 105 Insolvenzeröffnungen entsprachen einer Quote von 0,7 Prozent.
Eine Insolvenzquote von 0,7 Prozent ist die stillere Nachricht
Bei rund 15.000 Betrieben und stagnierendem Umsatz wären mehr Ausfälle zu erwarten gewesen. 105 Insolvenzen bedeuten, dass 99,3 Prozent der Betriebe das Jahr überstanden haben. Zum Vergleich: Im Baugewerbe insgesamt lagen die Insolvenzzahlen in den vergangenen Jahren deutlich höher.
Erklären lässt sich das mit der Betriebsgröße. Wo 78 Prozent weniger als zehn Personen beschäftigen, sind die Fixkosten niedrig und die Auftragslage lässt sich kurzfristig anpassen — ein Vorteil, den größere Einheiten in einem stagnierenden Markt nicht haben.
Auftragsarten verschieben sich, nicht die Auftragsmenge
Ein stagnierender Gesamtumsatz kann sehr unterschiedliche Entwicklungen verdecken. Sanierung, Neubau und Aufbauten wie Photovoltaik sind darin nicht getrennt ausgewiesen.
Bekannt ist, dass der Neubau in Deutschland seit Jahren schwächelt, während Bestandsarbeiten zunehmen. Für die Ausrüstung heißt das: Es wird häufiger auf vorhandenen Dächern gearbeitet als auf neuen, etwa bei Halterungssystemen für die Aufständerung von Solarmodulen.
Woran sich das laufende Jahr messen lässt
Der Verband legt seinen Steckbrief zweimal jährlich vor, im Frühjahr und im Herbst. Die nächste Ausgabe erscheint damit im Herbst dieses Jahres.
Aussagekräftiger als der nächste Umsatzwert wird die Ausbildungszahl sein. Sie zeigt, ob die Betriebe ihre Erwartung halten — und sie ist die einzige Größe in dieser Statistik, die eine Aussage über die Zeit nach 2030 zulässt.
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