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	<title>Firma Bertelsmann Stiftung, Autor bei Presse-Wissen</title>
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		<title>Führungskräfte sind skeptisch gegenüber verbindlichen Gleichstellungsregeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Firma Bertelsmann Stiftung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 07:15:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Auswertung des Führungskräfte-Radars der Bertelsmann Stiftung fördert bei Gender- und Gleichstellungsthemen bemerkenswerte Ergebnisse zutage: Führungskräfte in Deutschland sind skeptisch, wenn es um verpflichtende <a class="mh-excerpt-more" href="https://www.presse-wissen.de/2022/02/10/fuehrungskraefte-sind-skeptisch-gegenueber-verbindlichen-gleichstellungsregeln/" title="Führungskräfte sind skeptisch gegenüber verbindlichen Gleichstellungsregeln" data-wpel-link="internal">[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-wissen.de/2022/02/10/fuehrungskraefte-sind-skeptisch-gegenueber-verbindlichen-gleichstellungsregeln/" data-wpel-link="internal">Führungskräfte sind skeptisch gegenüber verbindlichen Gleichstellungsregeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-wissen.de" data-wpel-link="internal">Presse-Wissen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Eine neue Auswertung des Führungskräfte-Radars der Bertelsmann Stiftung fördert bei Gender- und Gleichstellungsthemen bemerkenswerte Ergebnisse zutage: Führungskräfte in Deutschland sind skeptisch, wenn es um verpflichtende Maßnahmen wie Quoten geht, und sie scheinen den Eindruck zu haben, dass wenig Handlungsbedarf besteht. Überraschenderweise nehmen weibliche und männliche Führungskräfte die Themen ähnlich wahr.</b></p>
<p>Eine neue Auswertung des aktuellen Führungskräfte-Radars 2021 der Bertelsmann Stiftung und des Reinhard-Mohn-Instituts der Universität Witten/Herdecke zeigt, dass etwa 30 bis 40 Prozent der befragten Führungskräfte im eigenen Unternehmen keine Vorteile sehen, wenn es um die Einführung verbindlicher Regeln wie etwa Frauenquoten oder gendergerechte Sprache geht. Fragt man umgekehrt, wo die Unternehmen beim Thema Gleichstellung bereits stehen, wird deutlich, dass die Führungskräfte – männlich wie weiblich – den Eindruck haben, dass es in ihren eigenen Unternehmen kaum Probleme gibt. „Aber Gleichstellung ist kein Selbstläufer“, meint Professor Guido Möllering vom Reinhard-Mohn-Institut. „Das Problembewusstsein ist gering und es gilt, sowohl Gängelung als auch Gleichgültigkeit zu vermeiden.“</p>
<p>Schon bei der Frage, ob die öffentliche Diskussion über Frauenquoten förderlich für das Gleichstellungsthema im eigenen Hause ist, scheiden sich die Geister: 39,7 Prozent der Befragten stimmen zu, aber 34,9 Prozent stimmen nicht zu. Ein gutes Drittel der Führungskräfte scheint den Eindruck zu haben, dass von außen vorgegebene Regeln oder gar Gesetze nicht nötig oder nicht zielführend sind. Damit muss nicht unbedingt eine gleichstellungsfeindliche Haltung zum Ausdruck kommen, sondern eher eine Skepsis gegenüber Regulation von außen und damit verbunden womöglich Widerstand seitens der Führungskräfte bei der Umsetzung verpflichtender Regeln.</p>
<p><b>Teambesetzung, „Gendern“ und Gehalt</b></p>
<p>Die Führungskräfte wurden außerdem gefragt, ob in ihren eigenen Unternehmen explizit darauf geachtet wird, dass Teams geschlechter-gemischt besetzt werden. Rund 30 Prozent (29,8 Prozent) der Befragten geben an, dass bei ihnen nicht bewusst darauf geachtet wird – und es offenbar auch keine entsprechenden Vorgaben gibt. Fast jede zweite Führungskraft (45,6 Prozent) stimmt hingegen bei diesem Punkt zu und nimmt die bewusste Beachtung von Diversität bei der Teambesetzung wahr.</p>
<p>Große Unterschiede zeigen sich bei der Frage, ob das eigene Unternehmen verbindliche Regelungen für eine gendergerechte Sprache hat. 39,8 Prozent der Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen entsprechende Vorgaben macht; 41,9 Prozent sagen allerdings das Gegenteil. Man kann aus den Zahlen schließen, dass ein großer Teil der Unternehmen das sogenannte „Gendern“ (noch) nicht regelt und es damit den Führungskräften und Belegschaften selbst überlässt, ob sie ihren Sprachgebrauch im Sinne der Gleichstellung anpassen.</p>
<p>Jeweils eine sehr deutliche Mehrheit der Führungskräfte gibt an, dass in ihrem Unternehmen das Geschlecht der Führungskraft keinen Unterschied macht (Zustimmung: 74,4 Prozent) und dass sie keine Geschlechterkonflikte erleben (81,7 Prozent). Außerdem stimmen 76,7 Prozent zu, dass in ihrem Unternehmen das Gehalt unabhängig vom Geschlecht ist, wohingegen das Statistische Bundesamt (2021) für das Jahr 2020 einen Gehaltsnachteil der Frauen von 18 Prozent gegenüber Männern ermittelt hat. Offenbar erscheint den Führungskräften das Thema „Gendergerechtigkeit“ in ihrem eigenen Arbeitsbereich demgegenüber unproblematisch.</p>
<p><b>Diskriminierung bei Neueinstellungen und Beförderung?</b></p>
<p>Die Befragung ging auch der Frage nach, ob im eigenen Unternehmen Diskriminierung bei Neueinstellungen oder Beförderungen effektiv verhindert werden. Das Ergebnis: Dem stimmen 70,1 Prozent der Führungskräfte zu. Dies ist eine sehr deutliche Mehrheit, zumal wenn man bedenkt, dass nur 11,0 Prozent nicht zustimmen (bei 18,9 Prozent Unentschiedenen). Das ist überraschend, gelten doch schlechtere Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten von benachteiligten Gruppen als Ausdruck und Ursache der Ungerechtigkeit. Führungskräfte erleben das Problem der Diskriminierung in ihren eigenen Unternehmen anscheinend kaum.</p>
<p><b>Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften?</b></p>
<p>Bemerkenswert an den Ergebnissen des Führungskräfte-Radars ist, dass ein sehr einheitliches Bild zu erkennen ist. Es gibt keine analytisch nennenswerten Unterschiede zwischen den Antworten männlicher und weiblicher Führungskräfte. Es wäre zu erwarten gewesen, dass Frauen als Benachteiligte (zum Beispiel wegen schlechterer Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten) die Verhältnisse in ihren Unternehmen deutlich negativer erleben, während Männer als Privilegierte eher dazu neigen, keine Gerechtigkeitsprobleme zu sehen. Dies ist nicht zu erkennen.</p>
<p>Allerdings macht die Führungsebene einen Unterschied aus: Die obere Führungsebene (27,6 Prozent) hat insgesamt ein positiveres Bild der Gleichstellung im eigenen Unternehmen als die mittlere und untere Führungsebene (53,7 Prozent bzw. 18,7 Prozent). Die obere Ebene stimmt beispielsweise mit mehr als 80 Prozent zu, dass das Geschlecht keinen Unterschied macht und die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Verpflichtungen unterstützt wird, während bei dieser Frage die untere Ebene zu weniger als 70 Prozent zustimmt.</p>
<p><b>Überprüfung der Gleichstellung konsequenter nutzen</b></p>
<p>„Augenscheinlich gibt es in der Debatte um Geleichstellungs- und Genderfragen einen bisher wenig beleuchteten Aspekt. Denn, wenn Führungskräfte entgegen der weitläufigen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit die Situation in ihren Organisationen positiv sehen, braucht es einen Reality-Check, um Transparenz herzustellen. Ansonsten drohen generelle betriebliche Maßnahmen ins Leere zu laufen“, sagt Martin Spilker, Experte für Unternehmenskultur und Führung bei der Bertelsmann Stiftung. Tatsächlich zeigt der Führungskräfte-Radar 2021 zur Gender- und Gleichstellungsthematik vor allem die Notwendigkeit, die aktuellen Zustände in den Unternehmen zu hinterfragen. Insbesondere die augenscheinliche Kluft zwischen den Wahrnehmungen der Führungskräfte gegenüber den oft zu hörenden Klagen über Missstände an der Basis bedarf einer eingehenden Überprüfung und Klärung. Bevor undifferenzierte Programme zur Förderung der Diversity initiiert werden, gilt es seitens der Personalentwicklung, gezielte, kontextspezifische Interventionen bei Führungskräften zu veranlassen. Der Gesetzgeber hat zum Beispiel mit dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern den Beteiligten in den Unternehmen ein Instrument an die Hand gegeben, Arbeit und Arbeitsplätze von Männern und Frauen bewerten zu lassen und Ungleichbehandlungen offen zu legen. Diese Form der Überprüfung der Gleichstellung sollte öfter und konsequenter genutzt werden.</p>
<p><b>Zusatzinformationen</b><br />
Für den Führungskräfte-Radar 2021 der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung (RMI) an der Universität Witten/Herdecke wurde von der IPSOS GmbH im Mai 2021 während des zweiten Corona-Lockdowns eine repräsentative Befragung unter den Führungskräften in Deutschland vorgenommen. An der Studie haben 1026 Führungskräfte aller Führungsebenen teilgenommen. 49,8 Prozent der Befragten sind männlich und der Altersdurchschnitt der Stichprobe liegt bei 46,6 Jahren, was für die heutige Führungslandschaft in Deutschland als repräsentativ anzunehmen ist.</div>
<div class="pb-boilerplate">
<div>Über Bertelsmann Stiftung</div>
<p>Menschen bewegen. Zukunft gestalten.</p>
<p>Die Bertelsmann Stiftung setzt sich daf&uuml;r ein, dass. alle an der Gesellschaft teilhaben can &ndash; politisch, wirtschaftlich und kulturell. Unsere Themen: Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Dabei stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt. Denn sterben Menschen sind es, sterben sterben Welt bewegen, ver&auml;ndern und besser machen k&ouml;nnen. Daf&uuml;r erschlie&szlig;en wir Wissen, Kompetenzen vermitteln und L&ouml;sungen erarbeiten. Die gemeinn&uuml;tzige Bertelsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegr&uuml;ndet.</p>
<p>Weitere Informationen: www.bertelsmann-stiftung.de</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Große Mehrheit der Deutschen setzt auf Innovationen und technischen Fortschritt</title>
		<link>https://www.presse-wissen.de/2020/11/12/grosse-mehrheit-der-deutschen-setzt-auf-innovationen-und-technischen-fortschritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Bertelsmann Stiftung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 08:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung / Jobs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund zwei Drittel der Bundesbürger:innen erwarten in den kommenden 15 Jahren positive Auswirkungen durch Innovationen und technologischen Fortschritt auf ihr Leben. Insbesondere in den Bereichen <a class="mh-excerpt-more" href="https://www.presse-wissen.de/2020/11/12/grosse-mehrheit-der-deutschen-setzt-auf-innovationen-und-technischen-fortschritt/" title="Große Mehrheit der Deutschen setzt auf Innovationen und technischen Fortschritt" data-wpel-link="internal">[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-wissen.de/2020/11/12/grosse-mehrheit-der-deutschen-setzt-auf-innovationen-und-technischen-fortschritt/" data-wpel-link="internal">Große Mehrheit der Deutschen setzt auf Innovationen und technischen Fortschritt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-wissen.de" data-wpel-link="internal">Presse-Wissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Rund zwei Drittel der Bundesbürger:innen erwarten in den kommenden 15 Jahren positive Auswirkungen durch Innovationen und technologischen Fortschritt auf ihr Leben. Insbesondere in den Bereichen Mobilität, Energieversorgung und im Kampf gegen den Klimawandel. Damit sind die Deutschen nicht so fortschrittsskeptisch wie oft unterstellt wird. Mit der Corona-Krise ist zudem der Wunsch nach mehr Innovationsförderung im Gesundheitswesen, der Pflege und im Bildungssektor spürbar gewachsen.</b></p>
<p>Die Bundesbürger:innen stehen Innovationen und technolo­gischem Fortschritt positiver gegenüber als oftmals dargestellt. So erwarten 65 Prozent der Deutschen in den kommenden 15 Jahren positive Auswirkungen durch Innovationen und technologischen Fortschritt auf ihr Leben, während nur ein Fünftel eher negative Zukunftser­wartungen hat. Damit erweisen sich die Deutschen nicht weniger innovationsfreundlich als ihre europäischen Nachbarn. Viele erkennen dabei die starke internationale Konkurrenz und eine deutliche Mehrheit wünscht sich mehr Zusammenarbeit der EU-Staaten. Dies zeigt eine repräsentative, europaweite eupinions-Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter rund 12.000 EU-Bür­ger:innen.</p>
<p><b>Positive Erwartungen bei Mobilität und Transport; Skepsis beim Datenschutz</b></p>
<p>Die mit Innovationen verknüpften positiven Erwartungen der Deutschen richten sich dabei vor allem auf fünf Themenfelder. Auf die Frage, in welchen Bereichen in den kommenden 15 Jahren Fortschritte oder positive Entwicklungen durch technologische Innovationen zu erwar­ten seien, benennen 50 Prozent der Bundesbürger:innen den Bereich Mobilität und Trans­port sowie 33 Prozent die Energieversorgung. 31 Prozent rechnen mit Fortschritten im Ge­sundheitswesen und der Pflege, 28 Prozent beim Umweltschutz und im Kampf gegen den Klimawandel sowie 26 Prozent im Bildungssektor. Eine eher deutsche Besonderheit ist da­gegen das hohe Maß an Sensibilität für den Datenschutz. 45 Prozent der Deutschen erwar­ten diesbezüglich negative Effekte durch fortschreitende Technologie und Digitalisierung. Diese Sorge steht bei den möglichen Bedenken hierzulande an erster Stelle und ist deutlich stärker ausgeprägt als im europäischen Durchschnitt (36 Prozent). Weitere tendenziell nega­tive Effekte sehen 41 Prozent der Deutschen für die Schaffung oder den Erhalt von Arbeits­plätzen.</p>
<p><b>Corona-Krise führt zu neuen Prioritäten </b></p>
<p>Durch die Corona-Krise hat sich zudem der explizite Wunsch nach einer gezielten Förderung von Innovationen in bestimmten Bereichen deutlich verstärkt. Im Vergleich zum Meinungsbild vor der Krise (Sommer 2019) gaben beispielsweise im Sommer 2020 deutlich mehr Men­schen an, dass sie sich eine verstärkte Innovationsförderung im Bereich Gesundheitswesen und Pflege wünschen (plus 17 Prozentpunkte). Aktuell sehen 49 Prozent der Deutschen hier den höchsten Förderungsbedarf für Innovationen, gefolgt vom Bereich Umweltschutz (48 Prozent; plus 13 Prozentpunkte). Auch der Bereich Bildung hat nochmals an Relevanz in der Prioritätenzuschreibung gewonnen (30 Prozent; plus 10 Prozentpunkte).</p>
<p><b>Mehr Zusammenarbeit in Europa im Bereich Innovationsförderung gewünscht</b></p>
<p>Gleichzeitig wünscht sich eine klare Mehrheit von 63 Prozent sowohl der Bundesbür­ger:innen als auch der Europäer:innen eine stärkere Zusammenarbeit der EU-Staaten, um künftig Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Lediglich 12 Prozent der Deut­schen sind dagegen der Auffassung, dass die EU-Staaten in diesem Feld weniger kooperie­ren und verstärkt auf nationale Lösungen setzen sollten.</p>
<p>Brigitte Mohn, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, wertet die Befunde als ein­deutige Appelle an Politik und Wirtschaft: „Gerade im Bereich Innovation sowie der Förde­rung von Zukunftstechnologien müssen wir in Europa viel stärker kooperieren, anstatt auf na­tionale Alleingänge zu setzen. Um unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme zu befördern, braucht es ambitioniertere innovationspolitische Ziele und effizientere Umsetzungsmechanismen. In der aktuellen Krise dürfen wir zudem nicht an Investitionen in Innovation sparen; vielmehr müs­sen wir verstärkt antizyklisch investieren, um Zukunftspotenziale zu erschließen.“</p>
<p>Der starke Wunsch nach mehr europäischer Zusammenarbeit ist nicht zuletzt vor dem Hin­tergrund der wahrgenommenen starken globalen Konkurrenz zu interpretieren. So ist die Mehrheit der befragten Europäer:innen der Auffassung, dass Europa im Vergleich mit den USA und China bei wichtigen Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data und Blockchain weit abgeschlagen ist: Nur 11 Prozent der Europäer:innen halten die EU als Inno­vationsraum für innovativer als die USA. 37 Prozent empfinden sie auf dem gleichen Level, 52 Prozent sehen die USA vorn. Die Einschätzung der Deutschen ist dabei nur leicht positi­ver als der Durchschnitt. Noch einmal kritischer wird die europäische Innovationskraft im Ver­gleich zur Volksrepublik China bewertet. Zwar glauben 15 Prozent der Europäer:innen, der eigene Kontinent sei innovativer, 59 Prozent hingegen sehen eher China bei wichtigen Zu­kunftstechnologien vorn. Eine gleiche Leistungsstärke nehmen nur 26 Prozent als gegeben an. Die Einschätzungen der Deutschen entsprechen dabei wiederum dem europäischen Durchschnitt.</p>
<p><b>Zusatzinformationen:</b></p>
<p>Die eupinions-Befragung „Europäische Meinungsumfrage zu Innovationsbereitschaft der Bevölkerung“ wurde durch Dalia Research im Auftrag der Bertelsmann Stiftung im Herbst 2019 in 28 EU-Mitglied­staaten mit 12.263 Teilnehrmer:innen durchgeführt. Die aktuelle Bevölkerungsverteilung hin­sichtlich Alter (16–65 Jahre), Geschlecht und Region/Land wurde berücksichtigt. Im Rahmen einer Nachbefragung wurden im Juni 2020 Fragen der ursprünglichen Erhebung wiederholt, um die möglichen Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie auf das Meinungsbild der Europäer:innen zu ermitteln.</p>
<p>eupinions ist eine unabhängige Plattform für europäische, öffentliche Meinung. Sie erhebt, analysiert und kommentiert Einstellungen der europäischen Öffentlichkeit zu politischen Themen und Megatrends. Vier Mal jährlich befragt sie europäische Bürger in allen EU-Staaten in 22 Sprachen. eupinions nutzt neueste Befragungsmethoden und Technologien. Die gewonnenen Erkenntnisse sind repräsentativ mit Blick auf Alter, Geschlecht, Bildung und Land/Region. eupinions ist ein Projekt der Bertelsmann Stiftung. Die Daten werden in Zusammenarbeit mit Dalia Research erhoben.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="https://eupinions.eu/de/home" class="bbcode_url" target="_blank" data-wpel-link="external" rel="nofollow">https://eupinions.eu/de/home</a></p>
<p>Die Umfrage ist Teil der weltweiten Recherchen zum Reinhard Mohn Preis 2020 der Bertels­mann Stiftung. Der Reinhard Mohn Preis 2020 widmet sich dem Thema „Innovationskraft stärken. Potenziale erschließen.“ Er sucht nach Lösungen, wie Deutschland und Europa den technologischen Wandel zum Wohle der Gesellschaft vorantreiben können. Der Reinhard Mohn Preis 2020 geht an den Vorsitzenden des „Peres Center for Peace and Innovation“, Nechemia („Chemi“) Peres. Damit würdigt die Bertelsmann Stiftung den Unternehmer für sein herausragendes Engagement für Innovationsförderung, das gleichermaßen im Dienst von Wirtschaft und Gesellschaft steht. Die feierliche Preisverleihung findet im Jahr 2021 statt.</p>
<p><b>Über den Reinhard Mohn Preis:</b></p>
<p>Der Reinhard Mohn Preis erinnert an den Gründer der Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn († Oktober 2009). Der Preis ist mit 200.000 Euro dotiert und wird seit 2009 von der Bertels­mann Stiftung an international renommierte Persönlichkeiten verliehen, die sich um wegwei­sende Lösungen für gesellschaftliche und politischen Herausforderungen verdient gemacht haben. Die Preisvergabe beruht auf einer weltweiten Recherche nach innovativen Konzepten und exemplarischen Lösungsansätzen für Herausforderungen, die für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands von entscheidender Bedeutung sind.</p>
<p>Weitere Informationen:          <a href="http://www.reinhard-mohn-preis.de" class="bbcode_url" target="_blank" data-wpel-link="external" rel="nofollow">www.reinhard-mohn-preis.de</a></p>
<p>Twitter:                                   <a href="https://twitter.com/FosteringInno" class="bbcode_url" target="_blank" data-wpel-link="external" rel="nofollow">https://twitter.com/FosteringInno</a></p>
<p>Hashtag:                                 #InnovationBSt</p>
<p>BLOG:                                    <a href="https://fosteringinnovation.de/" class="bbcode_url" target="_blank" data-wpel-link="external" rel="nofollow">https://fosteringinnovation.de/</a></div>
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<div>Über Bertelsmann Stiftung</div>
<p>Die Bertelsmann Stiftung setzt sich daf&uuml;r ein, dass alle an der Gesellschaft teilhaben k&ouml;nnen &#8211; politisch, wirtschaftlich und kulturell. Unsere Themen: Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Dabei stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt. Denn die Menschen sind es, die die Welt bewegen, ver&auml;ndern und besser machen k&ouml;nnen. Daf&uuml;r erschlie&szlig;en wir Wissen, vermitteln Kompetenzen und erarbeiten L&ouml;sungen. Die gemeinn&uuml;tzige Bertelsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegr&uuml;ndet. </p>
<p>Weitere Informationen: www.bertelsmann-stiftung.de</p>
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		<title>Starke Zunahme von automatisierter  Entscheidungsfindung und KI-basierten Systemen in Europa: Es fehlt noch immer an Transparenz, Aufsicht und Kompetenz</title>
		<link>https://www.presse-wissen.de/2020/10/28/starke-zunahme-von-automatisierter-entscheidungsfindung-und-ki-basierten-systemen-in-europa-es-fehlt-noch-immer-an-transparenz-aufsicht-und-kompetenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Bertelsmann Stiftung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 07:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausbildung / Jobs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Einsatz automatisierter Entscheidungsfindung und KI-basierter Systeme hat in Europa in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen – auch in Deutschland lassen sich immer mehr Anwendungsfälle finden. <a class="mh-excerpt-more" href="https://www.presse-wissen.de/2020/10/28/starke-zunahme-von-automatisierter-entscheidungsfindung-und-ki-basierten-systemen-in-europa-es-fehlt-noch-immer-an-transparenz-aufsicht-und-kompetenz/" title="Starke Zunahme von automatisierter  Entscheidungsfindung und KI-basierten Systemen in Europa: Es fehlt noch immer an Transparenz, Aufsicht und Kompetenz" data-wpel-link="internal">[...]</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Der Einsatz automatisierter Entscheidungsfindung und KI-basierter Systeme hat in Europa in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen – auch in Deutschland lassen sich immer mehr Anwendungsfälle finden. Die Systeme werden sowohl von der öffentlichen Verwaltung als auch von privaten Unternehmen eingesetzt und beeinflussen das Leben von Millionen von Bürger:innen. Es mangelt jedoch noch immer an Transparenz, Aufsicht und Kompetenz. Nur wenn politische Entscheidungsträger:innen auf europäischer, aber auch auf nationaler Ebene diese Lücken schnell schließen, kann sich der potenzielle Nutzen algorithmischer Systeme entfalten. Das hat die bisher umfassendste Recherche zu diesem Thema in Europa ergeben, die AlgorithmWatch und die Bertelsmann Stiftung für die neue Ausgabe des „Automating Society“ Reports durchgeführt haben.</b></p>
<p>Der Einsatz automatisierter Entscheidungsfindung (automated decision-making, ADM) und KI-basierter Systeme hat in Deutschland und Europa in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Dies wirkt sich auf die Durchsetzung von Rechten, den Zugang zu Dienstleistungen und damit auch auf die Teilhabemöglichkeiten von Millionen von Bürger:innen aus. Trotzdem werden die meisten ADM-Systeme ohne eine breite gesellschaftliche Debatte eingeführt. Oft mangelt es den Systemen an Transparenz in Bezug auf ihre Ziele, Funktionsweise und Wirksamkeit. Doch selbst wenn diese Transparenz in konkreten Anwendungsfällen gegeben ist, bedeutet das noch lange nicht, dass diese einen Nutzen für den Einzelnen oder die Gesellschaft als Ganzes schaffen. Dies sind die Kernergebnisse der neuen Ausgabe des &quot;Automating Society&quot;-Reports 2020. Die Bertelsmann Stiftung und AlgorithmWatch zeigen darin auf Grundlage einer umfassenden Recherche in 16 europäischen Ländern auf, wie sich ADM-Systeme auf alle Aspekte des Lebens auswirken – von der sozialen Sicherung über Gesundheit und Bildung bis hin zu Justiz und Polizeiarbeit.</p>
<p><b>Mehr als 100 Einsätze von ADM-Systemen dokumentiert</b></p>
<p>Ein über den ganzen Kontinent verteiltes Recherche-Netzwerk hat mehr als 100 Einsätze von ADM-Systemen dokumentiert und dabei herausgefunden, dass diese Anwendungen in bestimmten Fällen positive Auswirkungen haben können. Beispielsweise wird in den Städten Singen und Weimar ein ADM-System namens DyRiAS eingesetzt, um das Risiko von Gewaltausübung gegen Frauen einzuschätzen. Das algorithmische Prognosepotenzial nutzt auch das Auswärtige Amt, indem es die Software PREVIEW einsetzt, um internationale Krisen früher und besser vorherzusagen.</p>
<p>Die detaillierte Recherche zeigt aber auch, dass die überwiegende Mehrheit der aktuellen Anwendungen eher Nachteile mit sich bringt, statt Menschen zu helfen: Fehlerhafte Systeme haben zum Beispiel im Vereinigten Königreich dazu geführt, Leistungen von Schüler:innen unfair zu benoten, während sie in Dänemark die Jobaussichten von Arbeitslosen falsch einstuften. In Deutschland gab es Kritik an der potenziellen Verletzung von Grundrechten durch den polizeilichen Einsatz von Gesichtserkennungssoftware an einem Berliner Bahnhof.</p>
<p><b>Viele gute Absichten – oft schlecht umgesetzt</b></p>
<p>„Automatisierte Entscheidungssysteme haben das Potenzial, einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten&quot;, sagt Fabio Chiusi, Projektleiter bei AlgorithmWatch und Koordinator des Recherche-Netzwerks, „aber unser Report zeigt auch, dass dies in der Praxis bisher eher die Ausnahme als die Norm ist.&quot;</p>
<p>„Wir sehen viele gute Absichten, die dann oft schlecht umgesetzt werden“, erklärt Sarah Fischer, Expertin für algorithmische Entscheidungsfindung bei der Bertelsmann Stiftung. „Um das volle Potenzial algorithmischer Systeme zu nutzen, brauchen wir einen europäischen Rahmen mit kohärenten Regeln für Transparenz, Aufsicht und Durchsetzungsmechanismen, die aus einer informierten und inklusiven demokratischen Debatte entstehen.“</p>
<p>Der Bericht zeigt aber auch, dass es Möglichkeiten gibt, unfaire und undurchsichtige ADM-Systeme zu identifizieren, in die öffentliche Debatte zu tragen und sie letztlich so zu verbessern, dass sie positive Wirkung entfalten können. In vielen der analysierten Ländern ist es Journalist:innen, Akademiker:innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen gelungen, den Einsatz einer wachsenden Anzahl intransparenter und rechtsverletzender ADM-Systeme zu stoppen und so als effektive Wächter einer immer stärker automatisierten Gesellschaft zu wirken.</p>
<p><b>Handlungsempfehlungen für größeren Nutzen </b></p>
<p>Jeder dieser einzelnen Erfolge ist zwar wichtig, reicht aber nicht aus, um den gesellschaftlichen Nutzen von ADM-Systemen systematisch zu gewährleisten. Aus diesem Grund enthält der Bericht eine Reihe politischer Handlungsvorschläge, mit deren Umsetzung es möglich wäre, die Chancen der Systeme zu nutzen und gleichzeitig ihre Defizite zu verringern.</p>
<p>AlgorithmWatch und die Bertelsmann Stiftung empfehlen:</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>die Transparenz von ADM-Systemen zu erhöhen. Hierzu sollten öffentliche Register für die im öffentlichen Sektor eingesetzten ADM-Systeme eingerichtet und rechtsverbindliche Rahmenbedingungen für den Zugang zu Daten eingeführt werden, um Forschung im gesellschaftlichen Interesse zu ermöglichen und zu unterstützen.</li>
</ul>
<ul class="bbcode_list">
<li>einen Rahmen für klare Rechenschaftspflichten über ADM-Systeme zu schaffen. Dafür ist es wichtig, Ansätze für die effektive Überprüfung der Anwendungen zu entwickeln, zivilgesellschaftliche Watchdog-Organisationen zu stärken und ADM-Systeme mit hohem Risikopotenzial zu verbieten. </li>
</ul>
<ul class="bbcode_list">
<li>algorithmische Kompetenzen und die öffentliche Debatte über ADM-Systeme zu stärken. Zu diesem Zweck sollten unabhängige Kompetenzzentren für automatisierte Entscheidungsfindung aufgebaut sowie eine integrative und pluralistische demokratische Debatte über ADM-Systeme gefördert werden.</li>
</ul>
<p>Der Bericht ist in englischer Sprache online verfügbar unter: <a href="https://algorithmwatch.org/automatingsociety2020" class="bbcode_url" target="_blank" data-wpel-link="external" rel="nofollow">https://algorithmwatch.org/automatingsociety2020</a></div>
<div class="pb-boilerplate">
<div>Über Bertelsmann Stiftung</div>
<p>&Uuml;ber die Bertelsmann Stiftung: Menschen bewegen. Zukunft gestalten. </p>
<p>Die Bertelsmann Stiftung setzt sich daf&uuml;r ein, dass alle an der Gesellschaft teilhaben k&ouml;nnen &ndash; politisch, wirtschaftlich und kulturell. Unsere Themen: Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Dabei stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt. Denn die Menschen sind es, die die Welt bewegen, ver&auml;ndern und besser machen k&ouml;nnen. Daf&uuml;r erschlie&szlig;en wir Wissen, vermitteln Kompetenzen und erarbeiten L&ouml;sungen. Die gemeinn&uuml;tzige Bertelsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegr&uuml;ndet. </p>
<p>Weitere Informationen: www.bertelsmann-stiftung.de</p>
</div>
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</div>
<div class="pb-contact-item">Dr. Sarah Fischer<br />
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</div>
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<div>Weiterführende Links</div>
<ul>
<li>
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                    </li>
<li>
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</ul></div>
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